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P&R Insolvenz - Anleger betrogen

 

Das Geschäft mit den unsichtbaren Schiffscontainern
Aktualisiert: 11.03.2019 | Recherche: Pavel Novotny | Fotos: MSN/TV
München: Das von Heinz Roth und seiner Partnerin 1975 gegründete Unternehmen P&R GmbH war einst das größte Unternehmen der Welt in der Vermietung von Container. Seit 2007 entwickelte es sich zu einem Schneeballsystem. Das Geschäftsmodell basierte auf Direktinvestitionen der Anleger. Tausende Investoren haben der P&R-Container-Gruppe ihr Geld anvertraut und jetzt müssen sie um ihre Anlage fürchten. Von den investierten 3,5 Milliarden Euro sollten 1,6 Millionen Container gekauft werden, doch nur 617.000 Container haben existiert. Von gefälschten Zertifikaten ist die Rede. Mit einem attraktiven Vertrag überzeugte die P&R-Container immer wieder neue Investoren. Die Investoren kauften bei dem Unternehmen für fünf Jahre Container, diese wurden von P&R zurückgemietet und nach Ablauf des Vertrages wurden sie für zwei Drittel des Einkaufspreises zurückgekauft.

   
 

Firmengründer in Haft

   

So lange viel frisches Geld immer wieder in die Firma floss, funktionierte das System.
Firmengründer in Haft

Von der 2018 angemeldeten Insolvenz sind 54.000 Investoren weltweit betroffen. Auf der Gläubigerversammlung Anfang Oktober 2018 in der Münchener Olympiahalle wurde der renommierteste Insolvenzverwalter der Bundesrepublik Dr.jur. Michael Jaffé als Insolvenzverwalter der P&R-Container-Gruppe bestätigt. Michael Jaffé bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung mit. Er hat die "Leo Kirch-Insolvenz" bearbeitet, sanierte erfolgreich Firmen, wie Knaus Tabbert, Grob Aerospace, Cinteron Wireless Modules Holding GmbH etc. Die Untersuchung wurde dem Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst anvertraut. Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst (Foto links) hatte in der Vergangenheit unter anderem die "OEZ"-Schießerei in München untersucht. Dass die P&R-Insolvenz von so hochkarätigen Spezialisten begleitet wird, zeugt von deren enormer Wichtigkeit.

 
   

Medien stufen die Insolvenz der P&R-Container-Gruppe als die größte Insolvenz in der Geschichte der Bundesrepublik ein, die sogar die Insolvenz des Flowtex-Skandals aus den Jahren 1994 bis 1999 übertroffen hat. Nach Bekanntgeben der Insolvenz wurde der 75-jährige österreichische Staatsbürger Heinz R. wegen Verdunkelungsgefahr in U-Haft genommen.
Handfeste Vorwürfe gegen Heinz R.

Aktuell werden dem Manager von der Staatsanwaltschaft 414 Fälle des gewerbsmäßigen Betrugs mit einem Schaden von ca. 18 Mio. Euro vorgeworfen und "das dürfte nur ein kleiner Teil sein der gigantisch großen Anlagesumme von 3,5 Milliarden Euro", sagte Ermittler Kornprobst.
Der Gründer der P&R-Container sollte schon früher das Haus im noblen Münchener Millionärsviertel Grünwald auf seine Ehefrau überschrieben haben. Heinz R. selbst bezifferte sein Privatvermögen auf 13 Millionen Euro. Ermittler Kornprobst (Foto links) sagte zu seiner Ermittlung in einer Zeitung: "Er hat Angaben gemacht. Das heißt nicht, dass er alles zugegeben hat."

 
 

Die Verfahrensakten der Staatsanwaltschaft umfassen 41 Leitzordner. In der 66-seitigen Anklageschrift sind 286 Anleger als Zeugen sowie 46 weitere Zeugen und zahlreiche Urkunden als Beweismittel benannt.
Insolvenzkanzlei Jaffé
rechnet mit einem Verfahren von mehreren Jahren. Aktuell bearbeitet Insolvenzverwalter rund 80.000 Forderungen gegenüber der P&R-Container-Gruppe. Am 6. März 2019 wurde in München das Verfahren über das Privatvermögen des Gründers eröffnet. Schon zum Anfang dämpfte der Rechtsanwalt Miguel Grosser von der JAFFÉ-Kanzlei die Erwartungen
der Anleger. „Bei Verbindlichkeiten von über 1 Mrd. Euro ist allenfalls eine marginale Quote zu erwarten“, sagte Grosser in München. Nach der ersten Einschätzung des Insolvenzverwalters werden die Vermögenswerte zur Deckung des Verfahrens reichen. Für die Gläubiger wird die Quote deutlich unter 1% gerechnet und es ist mit einem Verfahren über mehrere Jahre zu rechnen.

   
 

54.000 Anleger
Das Alter einer großen Anzahl der Investoren liegt zwischen 50-60 Jahre. Ihre Anlage wurde als eine Rentenausbesserung gedacht, jetzt bleiben sie
womöglich mit einer sich fast gegen Null bewegenden Auszahlung auf dem Schaden sitzen. Die P&R-Container Pleite betrifft nicht nur Anleger aus Deutschland, sondern auch Investoren aus den verschiedensten Nationen rund um den Globus sind betroffen.

 
 

 

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