Friedensnobelpreisträger und Präsident Lech Walesa unter schwerem Verdacht
  Die Akte "Bolek" 31.01.17 | Fotos: MSN/ET
Der Verdacht wiegt schwer, denn der Friedensnobelpreisträger und spätere polnische Präsident Lech Walesa sollte als Mitarbeiter des polnischen kommunistischen Sicherheitsdienst, SB unter dem Decknamen "Bolek" tätig gewesen sein. Das behauptet jedenfalls das polnische IPN Institut. Neun Monate lang, von 20. Mai 2016 bis 23. Januar 2017, analysierte ein Expertenteam aus dem Institut des Nationalen Gedenkens 158 Dokumente aus den Jahren 1979 bis 1976 darunter 17 handgeschriftliche Quittungen und 117 Handgeschriebene Seiten. Zum vergleich besaß das Institut umfangreiches Vergleichsmaterial von 142 Dokumenten wie Dokumente die im Amt des Präsidenten geschpeichert sind. Grafologen verglichen Walesas Schriften aus verschiedenen Zeitabschnitten und sind sich sicher das die Walesas Schrift mit der Schrift des Agenten "Bolek" identisch ist. Als Vergleichsmaterial waren es auch seine Passdaten, signierte Dokumente, Führerschein oder ein Nachweis der Zulassung des Fahrzeugs.
  IPN Institut:
Institut des Nationalen Gedenkens wurde durch ein Gesetz vom 18.Dezember gegründet. Das IPN Institut hat die Aufgabe die Verbrechen gegen die polnische Nation zu verfolgen. Zu den Aufgaben gehören die Erfassung und Verwaltung von Dokumenten von staatlichen Sicherheitsorganen. Durchführung der Untersuchungen von Verbrechen der Nazis und Kommunisten sowie Verbrechen von polnischen Bürgern an anderen Nationalitäten.
 
    Seit Dezember 1970 sollte "Bolek" für den polnischen Sicherheitsdienst als Informant gearbeitet haben. Walesa hat in der Zeit als Elektriker in Gdansker Werft gearbeitet und führte dort die Proteste an.
Dienste des kommunistischen Agenten "Bolek" wurden bezahlt. Er bekam vom polnischen Sicherheitsdienst SB 1971 als Honorar für seine Dienste 9400,- Zlotych, 1972 waren es 1600,- Zlotych und 1973 bekam er nichts, da seine Informationen angeblich keine operative Substanz hatten. Laut IPN gibt es ein polizeiliches Dokument aus den Achtzigern, aus der Zeit der Gründung von "Solidarnosc", welches sich an den polnischen staatlichen Sicherheitsdienst wendet und informiert, das gewisser Lech Walesa ihr ehemaliger Mitarbeiter ist.
Lech Walesa bestreitet diese Vorwürfe wehement und sagt er habe eine lupenreine Weste und sich nichts vorzuwerfen. Die Historiker des Institut des Nationalen Gedenkens Slawomir Cenckiewicz und Piotr Gontarczyk haben 2008 ein Buch veröffentlicht "Der SB und Lech Walesa". Dieses Buch teilte Polen schlagartig auf und sollte Beweisen, das Friedensnobelpreisträger Lech Walesa in den Siebzigern Mitarbeiter der polnischen Staatssicherheit war. In der heutigen aktuellen Pressekonferenz in Warschau sagte Gontarczyk: "Das Ergebnis der Untersuchung überrascht mich in keinster Weise.
Früher räumte Walesa allerding ein, "irgendeinen Wisch des SB" im Gefängnis unterschrieben zu haben.

Pressematerial + Bild- und TV-Videomaterial
 
     
Lech Walesas Vortrag in der Münchner Kammerspiele im Oktober 2016 Im Oktober 2016 aus Polen angereiste Gruppe protestierte in München gegen Lech Walesa vor der Münchner Kammerspiele
Fotos: MSN/ET
 
Friedensnobelpreisträger und Präsident Lech Walesa unter schwerem Verdacht